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Öffentliche Vernehmlassung für Gestaltungsplan-Entwurf Schützengraben

Im Frühjahr 2018 teilte die Eigentümerin der Parzelle Nr. 106 der Stadt ihre Absicht zur Überbauung des Grundstücks mit. Die Parzelle liegt in der historischen Altstadt zwischen Schützengraben und Augustinergasse. In Zusammenarbeit mit der Stadt Steckborn wurde daraufhin ein Konzeptwettbewerb durchgeführt. Der darauf basierende Entwurf zum Gestaltungsplan «Schützengraben» wurde nun vom Stadtrat zuhanden der Vorprüfung durch das Departement für Bau und Umwelt verabschiedet. Parallel dazu soll eine öffentliche Vernehmlassung durchgeführt werden.

Konzeptwettbewerb als Grundlage
Seit dem Frühjahr 2018 ist klar, dass die Eigentümerschaft die bislang unbebaute Parzelle Nr. 106 zwischen dem Schützengraben und der Augustinergasse überbauen möchte. Aufgrund der äusserst sensiblen Lage dieses Grundstücks innerhalb der historischen und geschützten Altstadt von nationaler Bedeutung war für den Stadtrat als Baubewilligungsbehörde von Anfang an klar, dass neben einer hochwertigen städtebaulich-architektonischen Gestaltung der Bauten auch die Einpassung des Projekts in die wertvolle historische Bausubstanz der Altstadt gewährleistet werden muss.

Vor diesem Hintergrund führte die Eigentümerschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt und unter Mitwirkung des Amts für Denkmalpflege, der Stiftung Ortsbild sowie von Vertretern der Anwohnerschaft, von Raumplanern und externen Facharchitekten einen Konzeptwettbewerb für die Überbauung der Parzelle durch. Das eingesetzte Beurteilungsgremium kam bei der Bewertung der Beiträge zum Schluss, dass die intensive, themenübergreifende Auseinandersetzung mit der Parzelle in interdisziplinären Teams zu städtebaulich und architektonisch überzeugenden Lösungsvorschlägen geführt habe. Das Gremium empfahl das Projekt «Continuitas» der Architekten Baumschlager Eberle St. Gallen AG zur Weiterbearbeitung. Das Siegerprojekt und die weiteren Beiträge wurden der Öffentlichkeit am 4. Dezember 2019 im Rahmen einer Informationsveranstaltung präsentiert.

Einbezug des Werkhofareals als Option
Das gemeindeeigene Werkhofareal wurde im Rahmen des Wettbewerbs im Hinblick auf eine gesamtheitliche, städtebaulich ideale Bebauungslösung ebenfalls in den Planungsperimeter ein-bezogen. Die optionale Erweiterung des Kernprojekts auf der Parzelle 106 sollte insbesondere auch die Option einer Verkehrserschliessung des Bauprojekts vom Schützengraben aus beleuchten. Dabei sollte eine allfällige spätere Überbauung dieses gemeindeeigenen Areals jedoch lediglich auf einer unverbindlichen Konzeptebene in die Planungen einbezogen werden, ohne dass sich daraus Einschränkungen oder Präjudizien für die weitere Nutzung des Werkhof-Areals ergeben. Auf dem Ergebnis des Siegerprojektes «Continuitas» entwickelte die Bauherrschaft die Planung in der Folge weiter und konkretisierte diese im nun vorliegenden Gestaltungsplan-Entwurf «Schützengraben».

Eckpunkte des Gestaltungsplanentwurfs «Schützengraben»
Der nun vorliegende Entwurf schlägt für die Parzelle 106 eine Konfiguration mit drei Gebäuden zusammen mit einer Tiefgarage vor, welche in der 1. Etappe eine eigenständige Einheit mit 20 Wohnungen darstellt. Für den zweiten Teil des Areals auf dem Gebiet des heutigen Werkhofs werden optional insgesamt fünf Gebäude vorgeschlagen, die sich aus verschiedenartigen Typologien zusammensetzen und ca. 30 Wohneinheiten beinhalten.

Die verkehrstechnische Erschliessung des Projekts soll via den südlichen Bereich des Werkhof-Areals erfolgen. Die Ein- und Ausfahrt ist mittels eines neuen Durchbruchs durch die Stadtmauer vorgesehen. Die bestehende Trafostation müsste hierfür verlegt werden. Die heutige Werkhofzufahrt soll geschlossen und die Stadtmauer wieder fachgerecht aufgebaut werden, möglicherweise unter Aussparung eines schmalen Durchgangs für Fussgänger. Die Zufahrt zum Werkhof würde zukünftig über die neue Öffnung in der Stadtmauer weiter südlich erfolgen. Die Zufahrt zur Tiefgarage würde vom Schützengraben aus mittels einer parallel zur Stadtmauer geplanten Einfahrt erfolgen, welche die unterirdische Parkierung auf der Parzelle 106 ermöglichen soll. Diese Zufahrt würde die Werkhof-Liegenschaft unterqueren und könnte im Falle einer späteren Erweiterung auch als Zufahrt für eine Erweiterung der Tiefgarage unter dem heutigen Werkhofareal dienen. Die zwei alten südlichen Werkhof-Hallen würden vor diesem Hintergrund zurückgebaut. 
Die unterirdische Erschliessung mittels einer Tiefgarage würde die geplante Überbauung auf der Parzelle Nr. 106 grundsätzlich von oberirdischem Verkehr und Parkierungen entlasten. Ausgenommen wären jedoch selbstverständlich die Notzufahrt für die Feuerwehr und etwa bei Wohnungsumzügen. Solange der Werkhof am bisherigen Standort weiterbetrieben wird, würde die oberirdische Zufahrt zudem für den Werkhofbetrieb genutzt werden.

Öffentliche Vernehmlassung

Der Stadtrat hat beschlossen, den Gestaltungsplanentwurf «Schützengraben» mit den genannten Eckpunkten dem Departement für Bau und Umwelt zur Vorprüfung einzureichen. Parallel dazu soll aber auch den Anwohnerinnen und Anwohner sowie der weiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit eröffnet werden, sich zum Gestaltungsplanentwurf zu äussern. Die Unterlagen und Pläne zur Vernehmlassung sind unter www.steckborn.ch, Rubrik Ortsplanung, frei abrufbar. Ausserdem steht die Bauverwaltung für weitergehende Auskünfte zum Gestaltungsplanentwurf gerne zur Verfügung. 

Die Stellungnahmen sind bis zum 30. November 2020 schriftlich bei der Bauverwaltung der Stadt Steckborn einzureichen (Stadt Steckborn, Bauverwaltung, Seestrasse 123, 8266 Steckborn). Der Stadtrat wird die Öffentlichkeit nach Abschluss der Vernehmlassung und nach Eingang der Stellungnahme des Departements für Bau und Umwelt über die Resultate des Verfahrens informieren.